Rucksack vs. Männertasche – Wer macht das Rennen?

„Der Rucksack ist tot“ – so oder so ähnlich vernimmt man es derzeit an allen Ecken und Enden bei Modediskussionen. Tatsächlich werden gerade Umhängetaschen, die bis vor einigen Jahren als reines Frauending galten, auch bei Männern immer beliebter. Mittlerweile dominieren die Männertaschen vielerorts sogar die Schultern hipper Jungs. Klar stellt sich da die Frage, ob der gute alte Rucksack heute nur noch ein Relikt vergangener Zeiten ist, oder ob er nach wie vor seine Daseinsberechtigung hat. Wo liegen die Vorzüge der Männertaschen und für welche Zwecke ist der Rucksack nach wie vor die erste Wahl? Wir haben es herausgefunden und lassen Rucksack und Herrentasche in drei Kategorien gegeneinander antreten. Je nachdem, welches Argument für Sie am meisten Gewicht hat, sollte es ein leichtes sein, sich für eins der beiden zu entscheiden.

Kategorie 1: Tragekomfortkomfort

Was Tragekomfort angeht, kann dem guten alten Rucksack keiner etwas vormachen: Zwei Träger über den Schultern, optimale Gewichtsverteilung, kein nerviges „Seitenwechseln“ und bei richtiger Trägereinstellung noch vergleichsweise rückenschonend. Da können moderne Männertaschen nur den Kürzeren ziehen. Gerade wenn die Umhängetaschen vollgestopft und schwer sind, bieten sie kein gutes Tragefühl – aufgeriebene und schmerzende Schultern sind die Folge. Auch wer viel mit dem Rad unterwegs ist, hat mit einem Rucksack wohl weniger Probleme, als mit der Herrentasche. Einen kleinen Nachteil hat der Rucksack in puncto Komfort jedoch: An warmen Sommertagen gerät man mit schwerem Rucksack auf dem Rücken schneller ins Schwitzen als mit einer Tasche, die lässig auf der Hüfte liegt. Ein Wehrmutstropfen, der hinsichtlich der klaren Vorteile aber verschmerzbar ist.

Kategorie 2: Platz

Die alte Platzproblematik! Wohin mit all den Schul- und Uni-Sachen, den Einkäufen und dem Laptop? Natürlich mag man hier zunächst an den Rucksack denken, der wohl den meisten Stauraum bietet – aber entspricht das auch wirklich den Tatsachen? Die Frage danach, ob ein Rucksack oder eine Tasche mehr Platz bietet, kann nur mit einem „Kommt drauf an…“ beantwortet werden. So gibt es äußerlich groß aussehende Rucksäcke, die überraschend wenig Fassungsvermögen haben. Dies kann zum Beispiel formbedingt sein – wie viele haben schon schlechte Erfahrungen mit ihrem Ruck gemacht, weil der Laptop einfach nicht hereinpassen wollte, obwohl der Rucksack zunächst groß genug zu sein schien –, es kann aber auch ganz einfach daran liegen, dass er zu klein ist – das Auge kann da manchmal schon stark täuschen. Natürlich gibt es andererseits aber auch Rucksäcke mit extrem viel Platz. Vor allem die geräumigen Mittelfächer sorgen dafür, dass selbst größere Getränkeflaschen oder gar ganze Einkäufe in ihnen Platz finden. Auch bei den Taschen gibt es Licht und Schatten: Während einige durch ihre vielen Fächern geräumig sind und sich aufgrund ihrer Form perfekt für Akten, Hefter und Laptops eignen (die in Rucksäcken oft zerknittern, oder schlicht nicht reinpassen), erweisen sich andere als unhandlich und vor allem beim Transport größerer Sachen als schlicht unbrauchbar. Das Ergebnis der Kategorie „Platz“ ist damit klar: Beide haben ihre Vor- und Nachteile – einen klaren Sieger zu bestimmen, ist hier nicht möglich.

Kategorie 3: Look

Machen wir uns nichts vor, der alte Rucksack ist, was den Trend angeht, nicht unbedingt die erste Wahl bei den Kids. Umhängetaschen sieht man hingegen längst nicht mehr nur an den Schultern von Jungspunden sondern vermehrt auch bei erwachsenen Männern – und das ist nicht einmal sonderlich überraschend. Egal ob stilvoll, jugendlich oder hipp. Herrentaschen gibt es in allen erdenklichen Formen und Looks – sie eignen sich deshalb bestens für verschiedenste Zwecke, von Business bis zum Privatvergnügen. Von Rucksäcken kann man dies hingegen nicht behaupten, ihnen haftet heute wie damals das Youngster-Image an. Das bedeutet: Für Schule und Freizeit mögen sie perfekt sein, fürs aber Büro eher unpassend. Mit der Flexibilität und umfassenden Einsetzbarkeit der Umhängetasche können sie leider nicht punkten. Aus diesem Grund haben selbst alteingesessene Rucksack-Marken wie Eastpak längst geschaltet und produzieren neben den bekannten Backpacks nun auch vermehrt Umhängetaschen. So ist es kein Wunder, dass die Herrentaschen die Kategorie „Look“ klar für sich entscheiden kann – der Trend ist auf ihrer Seite.

Update: auf dem Blog von shoppl haben wir ein weiteres, interessantes Battle veröffentlicht: Jutebeutel gegen Fjällraven Rucksack!